2014: Bay.Wald

Das Garchinger Blasorchester verreist – und die Instrumente bleiben daheim!

Es war schon ein sonderbares Gefühl, als wir Mitglieder des Garchinger Blasorchesters gemeinsam mit unseren Freunden am 2. Oktober am Abend den Bus in Richtung Kollnburg in Niederbayern bestiegen – zum allerersten Mal ohne unsere Musikinstrumente. Das hatte einen ganz einfachen Grund: In den vergangenen Jahren hatten wir mit dem toll organisierten und umfangreichen Programm sowie dem abendlichen Musizieren einfach überhaupt keine Zeit, die Annehmlichkeiten der Hotels zu genießen, die Norbert und Cornelia Kutta für uns ausgespäht hatten.

Doch zunächst: Stau auf der Autobahn, was zwar der Stimmung im Bus keinen Abbruch tat, aber unsere Mägen knurrten zunehmend lauter, je näher wir dem romantischen Burgdorf kamen. Im Wohlfühlhotel „Zum Bräu“ trafen wir uns auch sofort nach dem Bezug der gemütlichen Zimmer zum Genießer-Abendessen. Und einige, die nach dem leckeren, üppigen Menü noch nicht die nötige Bettschwere hatten, probierten die ausgezeichneten Schnäpse an der Bar…

Aber am Freitag waren wir nach dem wunderbaren Muntermacher-Frühstücksbuffet rechtzeitig zur Abfahrt nach Pilsen in Tschechien bereit – denn was wäre eine Orchesterfahrt ohne Brauereibesichtigung! Eine eigene kleine Stadt mitten im Zentrum von Pilsen. Und was haben wir gelernt? Zum einen, dass in den größten Aufzug in Tschechien zwar rund 100 Besucher aus Asien samt Fotoausrüstung passen, aber maximal 50 Bierbrauer aus Bayern (ohne Fotoapparate). Und zum anderen, dass das berühmte Pilsener Urquell vom Braumeister Josef Groll, einem Bayern, gebraut wurde. Ein Mittagessen mit böhmischer Küche rundete den Besuch ab. Ein Spaziergang durch das Pilsener Zentrum führte zu einem wunderbaren Kunstkarussell aus Frankreich, das Jung und Alt zum Staunen und Träumen brachte.

Am Samstag ging es zur Besichtigung der barocken Bibliothek in die Benediktinerabtei Metten. Eine reizende Dame, die uns vor Beginn der Führung noch ermahnte, doch die Toilette aufzusuchen – eine ehemalige Lehrerin des angeschlossenen Gymnasiums, das zur Erklärung – erzählte uns viel Interessantes und Humoriges („Hier in den Schränken gibt es noch so viele antike Bücher, die zu bearbeiten wären, aber unsere Mönche sitzen oft lieber vor ihren Laptops als über alten Schriften“) über den geschichtsträchtigen Ort.

Ein Besuch im Glasdorf in Arnbruck und ein kurzer Abstecher über die Grenze zum Duty Free Shop ließ uns noch ausreichend Zeit, um die Annehmlichkeiten im Hotel zu genießen. Sauna, Schwimmen und Relaxen war angesagt, bevor wir wieder die vorzügliche Küche genießen durften.

So fiel der Abschied am Sonntag von unseren herzlichen Gastgebern, die uns drei Tage lang verwöhnt hatten, nicht leicht. Doch uns erwartete der Silberberg in Bodenmais, der nicht ganz leicht zu erklimmen war, denn mit dem Sessellift ging es nach oben. Ungewohnt allemal: für die einen war es die erste Fahrt dieser Art und den anderen fehlten beim Ausstieg die Skier unter den Füßen. Aber alle kamen heil oben an und bekamen beeindruckende Einblicke in die Welt unter Tage. Nach einer angemessenen Stärkung in der Silberbergalm machten wir uns auf den Heimweg nach Garching.

Ein großes Dankeschön an unseren Busfahrer Rainer Wieder, der uns wie immer souverän und gut gelaunt auf allen Wegen chauffierte, an seine Frau Ludwina, die uns mit Getränken versorgte und vor allem natürlich an Norbert und Cornelia Kutta, die auch diese kleine Reise wieder toll und abwechslungsreich organisiert haben. Und natürlich auch an unsere Instrumente, die ganz brav zuhause auf uns gewartet haben, damit wir voller Elan die Proben fürs Weihnachtskonzert angehen…