2007: Auf Berlintour mit Sightseeing und Choralspiel

Garchinger Blasorchester – Auf Berlintour mit Sightseeing und Choralspiel Norbert Kutta ist schon lange Garchinger Bürger. Berlin – seine Geburtsstadt – lässt ihn aber nicht los. Und so hat er nach 10 Jahren zum 2. Mal sein Blasorchester in den Omnibus gepackt und in Deutschlands Hauptstadt geführt. Am 30. September 2007 fuhren wir mit 21 Musikern und ebensoviel Begleitpersonen um 8 Uhr an der Musikschule los. Mit einigen Zwischenstopps, worauf unser korrekter Buslenker Schorsch aus Mainburg besonders Wert legte, erreichten wir um 16 Uhr das Hotel Carat in Berlin-Reinickendorf. Erste Eindrücke vor der Ankunft (alte AVUS-Rennstrecke, Funkturm, ICC-Zentrum usw.) wurden von Norbert gleich im Vorbeifahren erläutert. Nach Instrumenten Auspacken und Zimmer-Bezug drängte er uns sofort wieder in den Bus. Denn das Reichstagsgebäude musste noch vor Dunkelheit dran glauben. Vorbei an den neuen Hauptstadtbauwerken am Spreebogen (Kanzleramt, Paul-Löbe-Haus, Marie-Elisabeth- Lüders-Haus) erreichten wir die immer noch lange Menschenschlange am Reichstag. Eine halbe Stunde später – nach von Flughafen her gewohnter strenger Kontrolle – standen wir auf der überraschend großen Dachterrasse des Reichstags. Sowohl von hier als auch von der 47 m hohen Glaskuppel über dem Plenarsaal genossen wir den ersten Blick auf Berlin von oben mit dem greifbar nahen, in der Dämmerung wunderschön beleuchteten Brandenburger Tor.

Viele Absperrungen im Zentrum gleich am 1. Tag, da der Berlin-Marathon gerade zu Ende gegangen war, und auch am 4. Tag (dem 3. Oktober, Tag der deutschen Einheit)!
Aber durch Norberts Lokal-Kenntnisse fanden wir immer wieder Bus-Schleichwege. Am Abend des Reisetages genossen wir (Norberts Geheimtipp!) noch vorzügliche asiatische Kost in einem riesigen China-Restaurant jenseits der nördlichen Stadtgrenze Berlins: Die Himmelspagode in Hohen Neuendorf, ein 3-geschossiges rundes Bauwerk, das dem Himmelstempel von Peking nachempfunden ist.Der 2. Tag in Berlin begann mit einem Besuch des total umgebauten Olympiastadions mit jetzt 74.000 Sitzplätzen. Dann startete ein musikalisches Bildungsexperiment: Wir besuchten die Karl Schuke Orgelbauwerkstatt in Berlin-Schönow. Der Orgelbaumeister Frank Rossow entpuppte sich als exzellenter Didaktiker, zugleich mit dem Trost für die Garchinger Bläser, dass die klassische Orgel auch „nur“ ein Blasinstrument ist. Da gibt es zahlreiche Holz- und Metallpfeifentypen, gedackt und ungedackt. Wer hätte aber als Blechbläser oder Flötist oder Saxophonist (wie der Berichtschreiber) gedacht, dass alle metallene Orgelpfeifen aus einer Zinn-Blei-Legierung gefertigt werden? – Nach dem Fachunterricht in Instrumentenbau ging es zunächst in den Westteil der Stadt: Kurfürstendamm, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, Europacenter u. a., dann Shopping und Essen im KaDeWe in der Tauentzienstraße, dem größten Kaufhaus Europas. – Im (ev.) Berliner Dom konnten wir zufällig um 18 Uhr an einer Abendandacht teilnehmen und hatten dadurch das Glück, den fantastischen Klang der Orgel zu erleben, der nach Passau größten Kirchenorgel der Welt. Norbert Kutta wollte uns noch schnell demonstrieren, dass Berlin in allem führend ist in Deutschland, auch in der Anzahl der Dome. Also fuhr uns der Schorsch zum Gendarmenmarkt, wo der Deutsche und der Französische Dom stehen. Später erwischten wir auch noch von der Straße „Unter den Linden“ einen Blick zur St.-Hedwigs-Kathetrale, sozusagen als katholischen Dom Berlins, erbaut seinerzeit von dem Protestanten Friedrich dem Großen. – Den Abend des 2. Tages verbrachten wir in der vom Krieg einigermaßen verschont gebliebenen ältesten Berliner Kneipe „Zur letzten Instanz“ in der Waisenstraße im Bezirk Mitte – bei nur Alt-Berliner Spezialitäten, wie Eisbein mit Erbspürree u. ä.
Der neue Potsdamer Platz wurde am 3. Tag zunächst unser Ziel: Mauerreste, prächtige Verwaltungshochhäuser, wie z.B. das der Deutschen Bahn, Sony-Center, die Arkaden. Alles betrachteten wir auch von oben von der Aussichtsplattform des 100 m hohen DaimlerChrysler-Quartier. Anschließend erforschten wir den neuen Berliner Hauptbahnhof (früher Lehrter Bahnhof). Als „Brotzeitlokal“ hatte dann Norbert das praktisch nur Einheimischen bekannte Rogacki in Charlottenburg ausgesucht, ein riesiger Laden mit sehr gutem Stehimbiss incl. schöner Fischtheke.
Höhepunkt dieses Tages und der ganzen Berlinreise war dann ab 16 Uhr die Diamanten-Hochzeitsfeier von Norbert Kuttas Eltern in der Evang. Christophoruskirche in Berlin-Siemensstadt. Es war eine echte Trauungszeremonie, wobei die Choralmusik von der Orgel und dem Garchinger Blasorchester ausgeführt wurde. Nicht nur unser Auftritt in der Kirche hat uns viel Freude gemacht, sondern besonders auch das fantastische Büffet im Gemeindesaal, wo wir auch zur Unterhaltung aufspielten. -Am 4. Tag, dem 3. Oktober, nahmen wir Abschied von Berlin durch den Grunewald, vorbei am Wannsee und machten noch einen Abstecher nach Potsdam. Den Park Sanssouci hatten wir aus Zeitmangel nicht im Visier. Wesentliches über die dortigen und umliegenden zahlreichen preußischen Schlösser erläuterte uns Norbert während der Fahrt. Unser Besuch in Potsdam über die bekannte Glienicker Brücke galt ausschließlich dem Schloss Cecilienhof im Neuen Garten nahe der Havel. Das Schloss wurde anfangs des 1. Weltkriegs im englischen Landhausstil erbaut für das Kronprinzenpaar des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. Die Frau des Kronprinzen Wilhelm war Cecilie zu Mecklenburg-Schwerin. Bekannt wurde dieses Schloss nach dem 2. Weltkrieg, weil dort 1945 im sogenannten Potsdamer Abkommen zwischen Truman, Churchill (Attlee) und Stalin Deutschlands Teilung entgültig besiegelt wurde. – Ab Potsdam suchten wir dann den Weg zurück nach Bayern, um 20 Uhr waren wir in Garching. – Alles in allem – ein tolles Erlebnis. Der Schorsch hat uns tadellos chauffiert. Cornelia Kutta hat mitorganisiert und die lebende Busladung ständig mit süß&sazligem Proviant wachgehalten. Und Norbert Kutta spielte den unverwüstlichen Reiseleiter perfekt. Ohne ihn wäre Berlin kaum eine Reise wert gewesen.
Dr. Friedrich Zörgiebel